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APA News

20.04.2017 14:33
Wein- und Obstbauern wappnen sich für Frostnacht


"Wir können nur hoffen, dass es nicht allzu schlimm wird." Das sagte der Generalsekretär der Landwirtschaftskammer, Josef Plank, wegen des Wintereinbruchs. Die Bauern würden sich "dem Wetter zwar mit allen erdenklichen Mitteln entgegenstemmen, gegen schweren Frost sind sie letztendlich trotz neuester Technik und Erkenntnissen aber machtlos." In der Nacht auf Freitag droht weitreichender Frost.

Die Obst- und Weinbauern versuchen sich nun zu wappnen. Obstkulturen stehen derzeit teilweise in der Vollblüte. Die Vegetation ist heuer im Durchschnitt zwei Wochen weiter als im langjährigen Schnitt. Es gibt unterschiedliche Methoden, die die Bauern versuchen. So wird etwa Stroh abgebrannt. Auch Frostkerzen werden verwendet. Manche versuchen es mit Beregnen oder dem Abdecken der Kulturen oder Triebe.

Beispielsweise die niederösterreichischen Weinbauern räuchern "in der kommenden Nacht bzw. je nach Gefahrenlage in den kommenden Nächte in ihren Weinrieden", teilte der NÖ-Agrarlandesrat und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf am Donnerstag mit und erbat Verständnis dafür. Die Frostschutzmaßnahme sei notwendig, um großen Schaden von den Kulturen abzuhalten. Auch in der Steiermark und Wien gehen die Winzer so vor.

In Kärnten wurde am Donnerstagnachmittag noch an einer Ausnahmeregelung per Verordnung gearbeitet, die zum Schutz vor Frost das Heizen bzw. Verbrennen von biologischem Heizmaterial, beispielsweise Stroh, ebenso zeitlich begrenzt erlaubt. Betroffene, die von dieser Möglichkeit des Verbrennens Gebrauch machen wollen, müssen das nach gültiger Gesetzeslage vorher der Gemeinde melden, hieß es in einer Aussendung der Kärntner Regierungskoalition aus SPÖ, ÖVP und Grünen.

"Wenn die Temperatur zu weit absinkt, dann werden auch die verschiedenen Maßnahmen unter Umständen nicht wirklich helfen", befürchtete LKÖ-Weinbauexperte Josef Glatt im Ö1-"Mittagsjournal". Der Sprecher der Hagelversicherung sagte auf APA-Anfrage, dass es noch zu früh sei für eine Schadensprognose. Man müsse zumindest noch die Frostnacht, die von Donnerstag auf Freitag droht, abwarten und könne dann in der kommenden Woche eine seriöse Einschätzung abgeben.

Schon im Vorjahr hat es wegen Spätfrosts große Ausfälle gegeben. In der Steiermark leistete sogar das Bundesheer Hilfestellungen in der Aufarbeitung der Schäden. Österreichweit erhielten 1.900 landwirtschaftliche Betriebe mit einer insgesamt geschädigten Obstbaufläche von 8.800 Hektar Ausgleichszahlungen.


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